
Warum wir unsere Badezimmerheizgeräte „der Folterkammer“ aussetzen
Das Einbauen eines Infrarotheizers im Badezimmer bedeutet im Grunde, dass dieser täglich mit Dampf und Hitze konfrontiert wird. Wir bauen unsere Heizgeräte so, dass sie IPX4-zertifiziert sind – doch ehrlich gesagt: Solche Angaben bedeuten in der Praxis nicht viel. Deshalb unterziehen wir die Heizgeräte Tests unter feuchter Hitze. So können wir genau herausfinden, wo das Gerät versagt – noch bevor es bei einem Kunden ankommt.
Das Problem mit Dampf
Feuchtigkeit ist ein großes Problem: Flüssiges Wasser ist eine Sache – aber Dampf ist etwas ganz Besonderes. Er findet auch die kleinsten Ritze, durch die flüssiges Wasser nicht kommt, und dringt so zu den internen Schaltkreisen sowie den Anschlüssen vor. Wenn eine Dichtung versagt, kommt es zur Oxidation. Dadurch steigt der elektrische Widerstand, die Verbindungen überhitzen – und schließlich geht das ganze Gerät kaputt. Niemand möchte am Dienstagmorgen einen Anruf darüber erhalten.
Wie wir die Heizgeräte wirklich testen
Wir sprühen einfach nur etwas Wasser auf das Gehäuse und considerieren das dann erledigt. Nein, das tun wir nicht. Wir setzen die Heizgeräte in Feuchtigkeitskammern, die innerhalb weniger Wochen jahrelange Belastung durch Dampf nachstellen. Wir bringen die Geräte von extrem kalten Temperaturen auf hohe Temperaturen – bei gleichzeitiger Konstanthaltung einer Luftfeuchtigkeit von über 90 %. Das ist wirklich hart.
Die drei wichtigsten Probleme
Es gibt drei Hauptprobleme:
*Verformte Dichtungen: Hitze kann dazu führen, dass Dichtungen schrumpfen oder sich verbiegen. Wenn das passiert, gilt die IPX4-Zertifizierung nicht mehr.
*Leckender Strom: Wenn Feuchtigkeit auf das PCB gelangt, entstehen Probleme.
*Abblätternde Reflektoren: Billige Beschichtungen blättern bei hoher Feuchtigkeit ab. Wir stellen sicher, dass die reflektierende Oberfläche intakt bleibt, damit die Wärme tatsächlich dorthin gelangt, wohin sie soll.
Das Gleichgewicht finden
Es gibt jedoch ein Problem: Wenn man ein Gerät zu fest abdichtet, um Wasser auszuschließen, bleibt die Wärme im Inneren des Geräts zurück. Dadurch werden die Elektronikkomponenten zerstört. Es handelt sich dabei um ein delicates Gleichgewicht – das Gerät muss luftdicht genug sein, um sicher zu sein, aber gleichzeitig auch atmungsaktiv genug, damit die internen Komponenten nicht überhitzt werden. Nur durch solche Tests können wir dieses Gleichgewicht finden.
Letztendlich ist ein Heizgerät, das am ersten Tag gut funktioniert, aber nach sechs Monaten kaputtgeht, einfach nur eine Belastung. Wir ziehen es vor, die Geräte im Labor zu testen, anstatt zuzulassen, dass sie im Badezimmer eines Kunden kaputtgehen.